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10.7.08

Am 1. August ist der Weltuntergang

Vielleicht war ich heute morgen zu besoffen, als ich mich ins Bett legte, den Schlummerfernseher hochfuhr und bei einer Wiederholung von nano hängenblieb. Warum auch immer, ich komm aus der Überlegung nicht mehr heraus.

Am 1. August soll am CERN ein großes neues Experiment stattfinden. Nano berichtete, man wolle so in etwa den Urknall nachstellen. Dagegen werden schon seit einiger Zeit immer mal wieder Stimmen laut, die im Filmbeitrag auch zu Wort kamen, und diese ebenfalls hochrangigen Physiker sagen nun genau anderslautend als die CERN-Forscher, dass das Experiment hochgefährlich ist, denn dabei könnte (mindestens) ein schwarzes Loch entstehen, in dem dann die Erde versänke. Ich wartete so gespannt auf den ironischen Unterton im Beitrag, der die beruhigende Gewissheit mit sich brächte, die Warner und Zweifler seien nicht ganz so versiert auf ihrem Gebiet, doch der kam nicht. Und anscheinend sind die Experimentatoren ganz und gar nicht willens, ihr Experiment sein zu lassen.

Nachzulesen ist der Beitrag hier:
http://www.3sat.de/mediathek/frameless.php?url=/nano/bstuecke/123924/index.html, Film gibts auch noch dazu.

Ja, was ist denn jetzt, wenn die Zweifler recht haben, und der Erde noch so ca. 3 Wochen übrigbleiben?

Der ideale Moment, in dem es kein Morgen mehr gibt.

Spontan nach Südamerika aufzubrechen oder eine Weltreise anzufangen, ist es wohl ein bißchen spät, auch die Banken dürften mürrisch reagieren, wenn man mal so eben ein paar Zigtausend Kredit dafür aufnehmen will, mit der Begründung, sie können es eh nicht mehr zurückfordern.

Was bleibt dann noch?

Das blanke wunderbare Leben genießen, so wie es sich tagtäglich über einen ergießt, in den nächsten 4 Wochen keine Sorgen machen, nicht über Klimawandel oder sonstwas nachdenken - wenn die Welt in 4 Wochen nicht untergegangen ist, können wir wieder besser auf sie aufpassen.

Und ja, ich hab da mal wieder einen deprimierten Unterton, denn mir fiel heute siedendheiß ein, was ich genieße, was ich noch tun will, was ich noch weitermachen will, was ich noch alles zu verschiedenen Personen sagen will, kurz, dass ich trotz aller Misanthropie und Depression dieses ganze satte Leben leben will.

Und auf der anderen Seite, die eine Zeile von Slime, die mich seit 1993 begleitet: "Wenn ich jetzt sterben müsste, in diesem Augenblick, mein Herz würd sagen: 'Richtig, ich will nicht mehr zurück'". Ich hab nicht alles gesehen, ich hab nicht alles getan, ich hab nicht alles gesagt, was ich wollte, aber jetzt und hier in diesem Moment, da lebe ich, bin mir des Lebens bewußt, sitze im satten Leben, bin zufrieden.

Wenn ich mit allen anderen in 3-4 Wochen abtrete, so will ich das grinsend tun. Mit einer Träne im Knopfloch.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
aSyNchron hat gesagt…

nun, jeder moment kann der letzte sein, das ist schon klar. gruselig fand ich den gedanken an einen weltuntergang mit ansage - ist gefühlt etwas anderes als wenn mich jetzt auf einmal der schlag trifft.

dass es noch ein gutes in den menschen gibt, das man durch katastrophen vllt. herauskitzeln könnte, daran glaub ich allerdings mit verlaub auch nicht mehr; bzw. nur daran, dass es dann auch nur abläuft wie immer, 15% reißen sich den arsch auf und der rest bleibt fett drauf sitzen und reißt schlechtestenfalls noch das maul auf - so sehr kann mir gar nicht einfallen, dass ich evtl. aml eben hänge, dass ich deswegen plötzlich zum menschenfreund würde ;-)

zum PS:
was so entstehen kann und wie lang es vermutlich überlebt, genau das ist der streitpunkt zwischen den lhc-physikern und dem tübinger ...

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.