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2.1.07

Ganz wonniger Vortrag

von Udo Vetter (--> www.lawblog.de) auf dem 23C3 (Link führt zu get-privacy.info)
Die Situation an sich möge an allen vorbeigehen - origineller finde ich dabei den Einblick in Maschen, Auslegungen und Methoden des "Rechts"staates.
Also einfach nur sehenswert.

24.12.06

Cat-Content

- saisonal angehaucht


21.12.06

Nachdem es irgendwie

... sowieso alle machen, mach ich das jetzt auch: Ich poste Fotos.
Ganz wenig für den Anfang, aber asynchron werden sie schon sein.



Aus der U-Bahn die in die Station einfährt






Wo die U-Bahn oben fährt

11.12.06

Keine Zeit zum Bloggen, denn ...


What Video Game Character Are You? I am Kong.




I am Kong.

Strong and passionate, I tend to be misunderstood, sometimes even feared. I don't want to fight, I don't want to cause trouble, all I ask is a little love, and a little peace. If I don't get what I want, I get angry, and throw barrels and flaming oil at whatever's stopping me.

What Video Game Character Are You?

1.11.06

Realität vs. Nachrichten

Weitestgehend unerwähnt bleiben dieser Tage Vorkommnisse, auf die ich auch erst nach Zuruf stieß. So geht wohl im mexikanischen Staat Oaxaca (westl. von Chiapas) einiges vor sich - nur was, das ist schwer auszumachen.

Unleugbar bleibt wohl nur, dass es bereits unerfreulich viele Tote gibt. Alles andere scheint Ansichtssache. Allerdings in einem Ausmaß, wie es mir noch eher selten auffiel.

Die Deutsche Welle schreibt von Unruhen, die der mexikanische Präsident beenden ließe, von der "Besetzung der Stadt durch gewerkschaftsnahe Aufwiegler" - gemeint ist damit die Asamblea popular de los pueblos de Oaxaca /APPO, über die Wikipedia zu berichten weiß, dass sie sich "als rein friedliche Bewegung" versteht und interessanter noch: "Die internationalen Medien kommentieren überwiegend neutral bis verständnisvoll. [...] Deutsche Medien übernehmen jedoch überwiegend die Erklärungen der mexikanischen Regierung." Letzteres erklärt vermutlich einiges.
Randbemerkung: Schon allein im Begriff "gewerkschaftsnahe Aufwiegler" schwingt soviel negative Bewertung mit, dass man meint die Bummelstudenten, Sozialschmarotzer, Gutmenschen und wirklichkeitsfernen Spinner einzeln herauszuhören.

Die Tagesschau beschreibt etwas umfassender, eigentlich sogar recht gut, dafür aber so undurchsichtig, dass der interessierte, aber nicht vorbelastete Leser nicht durchsteigt, was da jetzt passiert sein soll. Man beleuchtet immerhin auch ein klein wenig die diffizile Geschichte der Partei PRI, der der Gouverneur von Oaxaca entstamme. In einem wagemutigen Absatz wird sogar die These aufgestellt, dass der Journalist Brad Will von Polizisten in Zivil getötet worden sei, um den Einsatz der Bundespolizei zu erzwingen. Auch der Absatz glänz aber irgendwie mit Verklausulierung und schwerer Verständlichkeit. Leichter verständlich ist da doch die Aussage des sogar namentlich zitierten (als ob das ein Beweis sei) Bewohners der Stadt: "Ich finde das ausgezeichnet, das die Bundespolizei gekommen ist. Das war nötig, hätte schon längst geschehen sollen. Schauen sie doch, die Leute fühlen sich jetzt viel ruhiger", klärt in dem Bericht aber unterm Strich auch nichts.
Zwischenfrage: Wie fühlt man sich ruhiger?

Bewegt man sich von den ausgetretenen Pfaden weg ins selbstgemachte Web mit selbstgemachten Nachrichten - natürlich meine ich zu vorderst Indymedia! Manchmal unsäglich, mitunter unentbehrlich.
Bei Indymedia also haben die Geschehnisse den Kopf der Seite bekommen und es wimmelt von Updates, Bildern, Filmen, Kommentaren, die weiter verlinken etc. pp. Einer der Links führt einen dann zu Chiapas.ch, wo z.B. auch berichtet wird, dass schon der mexikanische Senat den Gouverneur von Oaxaca aufgefordert habe, zurückzutreten. Schade nur, dass der Senat da nicht viel ausrichten kann.

Mit dem Rücktritt von Gouverneur Ruiz haben der Senat und die gewerkschaftsnahen Aufwiegler aka APPO immerhin ein gemeinsames Ziel. Das ändert so ein bißchen das Licht, das auf die APPO fällt.

Wohlgemerkt: Ich habe keine Ahnung von Mexiko und den dortigen Verhältnissen. Ich bin ein wenig geneigt, einer Nachrichtenrichtung zu glauben, da ich meine Erstinfo auch eher aus der Richtung bekommen habe. Alles andere trage ich mir hier grade so mehr oder weniger querbeet zusammen. Je mehr ich aber so bei der unkontrollierten Suche auffinde, desto weniger habe ich noch die (naive) Hoffnung, dass es offizielle Nachrichten geben könne, die eine Situation unter mehreren Blickwinkeln beleuchten.
Spielt ja aber auch eigentlich keine Rolle, da es wohl eh nicht bis in die breiten Medien vordringt.

(Hinter dem Link unten verbirgt sich eine Online-Demo)

Nachschlag: Telepolis schreibt natürlich auch drüber. Hatte ich glatt übersehen ;-)

30.10.06

Rückruf, Facelift, Modellpflege und abschweifende Gedanken

aho schreibt da so nett mit Marktvokabular über die Vorfälle rund um das bundesdeutsche Heer, da muss ich aber noch einen draufsetzen.

Mit einem bloßen Rückruf kann es da nicht mehr getan sein, das ganze Modell ist hoffnungslos veraltet und den modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Ein Facelift oder Modellpflege ist das mindeste, was diesem Produkt schnellstens anzugedeihen hat.

Wobei mich an dem Konzept fast noch mehr interessiert, ob die Form der Vermarktung nicht an verbotene Kaltakquise grenzt. Man stelle sich ein Rudel Staubsaugervertreter vor, die mit der Weisung aus der Zentrale der Sauberkeit, mich vom Staube zu befreien, mein Wohnzimmer be... *räusper* ... befreien. In Bad und Küche führt Mr.Propper ein strenges Regiment und im Schlafzimmer wachen treusorgende kampferprobte Familienmütter über die rechte Aprilfrische.

In Zeiten von DRM & Co. fügt sich wildes Phantasieren schon fast zu einer Vision zusammen, die endlich alles Weltgeschehen einfach erklärt. Irgendwer produziert da ein Produkt, erklärt es zum absoluten Standard und die zu Feinden des Fortschritts, die es nicht oder zumindest nicht so wollen. Über das Produkt darf auch nicht frei verfügt werden, sondern der Hersteller erlässt genaue Regeln, wer wann wie welchen Nutzen davon haben darf. Jede Umgehung wird geahndet ...

9.10.06

Religion vs. Biologie

Aus Groß-Bruder-Land ist man die Meldungen ja inzwischen gewöhnt, dass landstrichweise eher zweifelhafte Lehrpläne an den Schulen verbreitet werden. Die Empörung kommt zwar verhältnismäßig spät - mir sind noch Berichte von Mitschülern im Ohr, die Mitte der 90er von derartiger Lehre erzählten - aber immerhin. Es geht nicht ganz unter und erntet wenigstens hochgezogene Augenbrauen.

Ich bin kein Freund der Kirchen, und erst recht keiner des staatlich-institutionalisierten Religionsunterrichts, und schon gar keiner von pseudo-säkularen Organisationen, die ihr Glaubensbekenntnis noch im Parteinamen vor sich hertragen (man stelle sich nur das Äquivalent und den entsprechenden Aufschrei vor).

Mehr als nur eine hochgezogene Augenbraue hat heute aber der Bericht in der FR bei mir ausgelöst:

"Die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) plädiert dafür, die christliche Schöpfungslehre an den Schulen auch im Biologieunterricht zu behandeln."
"Ich halte es für sinnvoll, fächerübergreifende und -verbindende Fragestellungen aufzuwerfen", sagte Wolff, "so dass man nicht einfach Schüler in Biologie mit Evolutionslehre konfrontiert und Schüler im Religionsunterricht mit der Schöpfungslehre der Bibel. Sondern dass man auch schaut, ob es Gegensätze oder Konvergenzen gibt."
Soweit zu den hehren Zielen.

Fächerübergreifende und -verbindende Fragestellungen, wer von sowas allein noch träumt, hat irgendeinen Knall nicht gehört. Dazu fehlt nebst Personal schlicht die Zeit. Aber gut, gesetzt den Fall, es sei machbar.

Wie, um Himmels (!) Willen, kommt man mit dem Vorsatz auf die Idee, weltanschauliche Thesen in naturwissenschaftliche Lehrpläne einzubinden. Und die Aufweichung durch dieses "Entweder so - Oder aber auch so" noch als sinnvolle Fragestellungen zu verkaufen.

Ich habe noch nie verstanden, warum konfessioneller Unterricht ins Pflichtprogramm der Schule gehört und nicht in die Kür. Wenn 's unsere ach so tolle Kultur ist, sollte es ohne die Zwangsunterstützung auskommen. Das aber noch auszuweiten, noch mehr Inhalte - die nun wirklich nichts mit der kulturellen Komponente zu tun haben - in andere Fächer ausstreuen zu wollen - ich kann 's nicht ändern, mir fehlen die Worte.

7.10.06

1. wetterinduzierter Depressionsanflug

Es ist kalt. Nein nein, ich meine nicht "kühl", oder "frisch" oder "herbstlich", mir ist es rat-ten-kalt. Das hat nur unwesentlich damit zu tun, dass die Heizung hier erst seit zwei Tagen wieder geht, und der amtliche Wind-Chill von 5° trifft es auch nicht.
14,1° am Balkon, gefühlte -12°, amtliche asynchrone Wettermeldung.

Was macht man dann schon an so einem Tag --> mit schlechtem Gewissen bei lauen Temperaturen die Heizungen hochfahren. Erkältung kann ich leider aus Termingründen grade überhaupt nicht brauchen. Dazu statt zu tun was ich müsste einmal mehr in die tiefsten Abgründe des Internets herabsteigen: Nachrichten und Foren.

Und dann: Verzweifeln an der Welt, wo die Blöden so viel zu laut sind, wo Politiker-Nachnamen zu Masseinheiten für Pannen schon längst geworden sind. Neue Umnutzungen: Masseinheiten für dummes Dahergelabere und Inkompetenz.
Verzweifeln an einer (Online-)Welt, wo jeder Furz zum sozial- und damit auch finanzpolitischen Thema aufgeblasen wird, von Forenschreibern mit keinen zwei Dutzend Beiträgen, Fakes also höchstwahrscheinlich.

Wer macht solche Fakes? Die Frage stellt sich, woher sollte soviel geistige Diarrhoe schon kommen? Wer hat es nötig, mit solcher brachialer Übermachtsgewalt "Volkes Stimme" zu simulieren?

Oder begeht hier ein Misanthrop einen antropophilen Irrtum und die Verblendung ist wirklich schon soweit fortgeschritten? Dann Gnade uns allen und Hoffnung darein gesetzt, dass dieses internetbevölkernde Pack mengenmäßig nicht viel hermachen kann.

Ach wie man 's auch dreht und wendet, die Lage bleibt fatal. Da reift in einem der Drang, beim morgendlichen Bus- und U-Bahn-Fahren kurz vor der Ausstiegsstelle Kurzproklamationen abzuhalten und wider den Medientenor anzupredigen; oder mehr noch ... Gesellschaftsguerilla, ja!

Und dazu spu(c)kt mir ein Zitat im Kopf herum, von dem ich nur noch vermute, dass ich es mal in einem Handke fand. "Mir läuft das Wasser im Mund zusammen: Ich sehe eine Leiche," summe dabei fröhlich Zeter und Mordio und hoffe auf die sanfte Wirklichkeit (*)

Hoffentlich ist mir morgen wieder wärmer ...


(*)
zugegeben, ich hab das als Ganzes während des Schreibens gefunden. Es ist in der Tat Handke und alles aus einem einzigen Gedicht.